Häuser mit Reetdächern sind lebende Kulturdenkmäler und prägen das norddeutsche Landschaftsbild. Sie gehören als Reetdachbesitzer zu den Menschen, die diese Kultur pflegen und erhalten!

Das Problem


starke Verottung
starke Verottung

Im Herbst 2005/2006 gingen Meldungen unserer Mitgliedsbetriebe ein, aus denen hervorging, dass einige Dächer vorzeitige Alterungs­erscheinungen aufweisen. Das Alter dieser Dächer variiert zwischen 5 Jahren und 15 Jahren. Inzwischen sind bereits Dächer bekannt, die bereits im ersten Jahr erste Anzeichen aufweisen.

Die bauphysikalische Konstruktion dieser Dächer ist unterschiedlich. Die Ursachen wurden zunächst in der Bauweise der Dächer, z.B. fehlende Dampfsperren, flache Dachneigungen, fehlende Hinterlüftung vermutet. Während dieser Recherchen entstand der Kontakt zu mehreren Reetfachleuten. Nach deren Meinung handelte es sich nicht um ein vorrangig bauphysikalisches Problem, sondern um Verrottungsschäden, die durch einen Pilz verursacht würden.

Die bisherigen Nachforschungen stellten folgende Erkenntnisse heraus.

Es handelt sich bei dem Phänomen der vorzeitigen Alterung von Reetdächern um beschleunigte Verrottungsvorgänge. Hierbei wird das Reet durch Mikroorganismen zersetzt. Diese Vorgänge finden - ähnlich einem Komposthaufen – mit Beteiligung von Pilzen, Algen, Flechten, Moosen und Bakterien statt. Grundsätzlich sind diese Vorgänge bis auf die Geschwindigkeit normal. Gerüchte um einen „neuartigen eingeschleppten" Pilz haben sich im Zuge der durchgeführten Analysen unterschiedlicher Institute nicht bestätigt. Vielmehr sind die dort gefundenen Organismen überall vorhanden.

Unterliegt ein Dach der vorzeitigen Alterung, so besteht die Gefahr, dass die Lebenserwartung der Eindeckung unter 10 Jahren liegen kann.