Häuser mit Reetdächern sind lebende Kulturdenkmäler und prägen das norddeutsche Landschaftsbild. Sie gehören als Reetdachbesitzer zu den Menschen, die diese Kultur pflegen und erhalten!

Einige Fakten zum Reetdach


Um eine beschleunigte Verwitterung von Dächern zu vermeiden, müssen zwei wesentliche Faktoren während der gesamten Verfahrenskette von der Ernte bis zum Einbau und während der Nutzungsphase – auf Ihrem Dach – beachtet werde:

  • Vermeidung lang anhaltender Feuchtigkeit
  • Ausreichende Lüftung

Unsere Reetdachdecker-Innungsbetriebe und die beteiligten Reethändler garantieren Ihnen die Einhaltung dieser Faktoren, damit Sie sich lange an Ihrem Reetdach erfreuen können:

  • Das verwendete Reet muss bei der Anlieferung trocken sein. Hierfür darf es von der Ernte bis zur Anlieferung nicht dem Niederschlag ausgesetzt werden.
  • Die Lagerung des Reets auf der Baustelle muss trocken erfolgen. Gleichzeitig muss es luftig gelagert werden.
  • Die Verwendung von Planen muss eine ausreichende Luftzirkulation zum Feuchtigkeitsabtransport zulassen.
  • Reetdächer trocknen besonders schnell, wenn sie in luftiger Umgebung stehen. Nahe stehende Bäume, die eine große Verschattung darstellen, sind nicht förderlich für eine hohe Lebenserwartung Ihres Daches.
  • Je steiler ein Dach ist, desto länger haben Sie Freude an Ihrem Dach. Die Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks schreiben aus diesem Grund eine Mindestdachneigung von 45° vor. Eine Unterschreitung verkürzt die Lebenserwartung deutlich.
  • Je länger das verwendete Reet ist, desto flacher und dicker kann das Dach hergestellt werden. Bei Verwendung zu kurzen Reets nehmen die Reethalme eine deutlich geringere Neigung im Dachpaket an und können damit das Niederschlagswasser schlechter ableiten.
  • Je geradliniger bzw. schneller das Niederschlagswasser auf einem Reetdach ablaufen kann, desto höher ist die Lebenserwartung Ihres Daches. Dementsprechend ist jede Dachkehle oder Dachgaube ein Hindernis und wird schneller erneuerungsbedürftig als die Hauptdachflächen.
  • Der Ausbildung der Unterkonstruktion ist bei der Nutzung des Dachgeschosses besonderes Augenmerk zu widmen. Fehlende Dampfsperren, fehlende Hinterlüftung oder ähnliche Versäumnisse führen zur vorzeitigen Verwitterung des Reetdaches durch überhöhte Feuchtigkeit aus Tauwasservorgängen.