Häuser mit Reetdächern sind lebende Kulturdenkmäler und prägen das norddeutsche Landschaftsbild. Sie gehören als Reetdachbesitzer zu den Menschen, die diese Kultur pflegen und erhalten!

Die Anzeichen


typischer Moosbewuchs
trotz Moosbewuchs - optimaler Zustand

Jeder Reetdachbesitzer, der in dieser Zeit aus den Medien oder von seinen Bekannten, Nachbarn auf dieses Problem aufmerksam gemacht wird, verfällt sofort in Angst, dass sein Dach ebenfalls von der vorzeitigen Alterung betroffen sein könnte.

Es gilt nun, sorgfältig mit dieser Materie umzugehen. Die Anzeichen für eine solche Schädigung sind vielschichtig und nur mit Kompetenz und Erfahrung sicher festzustellen.

Bei allen Dächern, die mit diesem Phänomen in Verbindung stehen, ist eine erhöhte Feuchtigkeit bis in die tieferen Schichten der Eindeckung feststellbar. Diese dauerhaft erhöhte Feuchtigkeit setzt Verrottungsvorgänge in Gang, bei denen die Zellulose bzw. Hemizellulose abgebaut werden. Diese beiden Bausteine sind wesentlich für die Stabilität der Halme. Der Abbau bewirkt also den Verlust der Stabilität der Reethalme, die sodann zerfallen bzw. zermatschen.

Dasselbe Bild zeigt sich jedoch auch auf der oberen abwitternden Schicht beim gesunden Dach. Das Schadensbild der vorzeitigen Alterung liegt jedoch erst dann vor, wenn die verlorene Stabilität der Halme bis in tiefere Schichten vordringt.

Aus diesem Grund ist eine sichere Analyse nur möglich im Zuge einer Begehung des Daches. Einhergehen sollte die Analyse mit der Reinigung des Daches. Bei der Reinigung tritt nämlich folgender Effekt auf. Die losen verwitterten Stoppelenden der Reethalme werden flächig abgetragen. An den schadhaften Stellen bilden sich wegen der tiefer gelegenen Schädigung bei diesem Vorgang Kuhlen – auch Lunken genannt.

Bildung von Moos allein ist kein Anzeichen für die vorzeitige Alterung, sondern ein typischer Bewuchs des Reetdaches.

Reethalm mit deutlichem Organismusbesatz

Andererseits ist die hohe Feuchtigkeit eines betroffenen Daches ein optimaler Nährboden für sämtliche natürliche Organismen. Demzufolge ist die rasche Besiedelung einer Dachfläche mit Organismen wie Algen, Flechten und Moosen – z.B. nach kurz zuvor erfolgter Reinigung – sicherlich ein Hinweis auf eine mögliche anstehende Schädigung des Daches.

Alle derzeit bekannten Dächer, die der vorzeitigen Alterung unterliegen, wiesen zu Beginn eine Schädigung an einzelnen kleineren Stellen auf. In diesem Stadium ist eine Bekämpfung des Problems noch mit geringem Aufwand möglich.

Lässt man diese Chance ungenutzt verstreichen, so breiten sich die Stellen der beschleunigten Rottevorgänge aus und können im schlechtesten Fall das gesamte Dach erfassen. In diesem Fall ist eine Neueindeckung unumgänglich.

Wir empfehlen eine regelmäßige Inspektion der Dächer durch einen Fachbetrieb vornehmen zu lassen.