Häuser mit Reetdächern sind lebende Kulturdenkmäler und prägen das norddeutsche Landschaftsbild. Sie gehören als Reetdachbesitzer zu den Menschen, die diese Kultur pflegen und erhalten!

18.04.2013 15:27 Alter: 4 yrs

DDH Bericht Mitgliederversammlung

Von: Artur Wierschem

Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks
Bundesfachgruppe Reetdachtechnik

  Insektenbefall und vorbeugender baulicher Brandschutz...

...standen im Mittelpunkt der diesjährigen Mitgliederversammlung der Bundesfachgruppe Reetdachtechnik, die im niedersächsischen Tossens an der Nordseeküste stattfand

Ein gut gefüllter Veranstaltungsraum: Die diesjährige Mitgliederversammlung der Bundesfachgruppe Reetdachtechnik war gut besucht.

Feuertaufe für die neue Vorsitzende: Katrin Jacobs (Mitte) leitete ihre erste Mitgliederversammlung souverän. Unterstützt wurde sie (von links nach rechts) von LIV-HGF Jan Juraschek, Techn. Berater Thomas Schneider, stellv. ZVDH-HGF Artur Wierschem und ZVDH-Vizepräsident Fred Schneider.

Gemeinsames Abschlussfoto der Exkursion in die Wesermarsch.

Feuertaufe für die neue Vorsitzende der Bundesfachgruppe, Dachdeckermeisterin Katrin Jacobs: Ende Februar leitete sie erstmals und sehr souverän die Mitgliederversammlung nach der Wahl zur neuen Vorsitzenden im Vorjahr. Als Tagungsort hatte man den Center Parcs Nordseeküste im niedersächsischen Tossens, in der Wesermarsch gelegen, ausgewählt.

Im Umfeld der Mitgliederversammlung fand eine Sitzung des Fachausschusses Reet, die sich mit aktuellen technischen Fragestellungen befasste, sowie ein Treffen der Projektgruppe der Qualitätssicherung Reet GmbH (QSR) statt. In letzterer Sitzung wurde u.a. über die zukünftige Ausrichtung der QSR intensiv beraten.

Die einzige Bundesfachgruppe des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks wurde 1998 gegründet. Direkte Mitglieder der Bundesfachgruppe sind Reetdachdeckerbetriebe, die der örtlichen Dachdeckerinnung und damit der Berufsorganisation angehören. Daneben gibt es auch Gastmitglieder, vor allem aus dem Reetfachhandel. Die Mitgliedschaft in der Bundesfachgruppe ist kostenneutral. Die Reetdachdecker der Bundesfachgruppe treffen sich mindestens einmal jährlich zu einer ordentlichen Mitgliederversammlung.

Insektenbefall von Reetdächern

Bereits in der letztjährigen Mitgliederversammlung war die Problematik des Insektenbefalls von Reetdächern thematisiert worden. Biologe Dr. Frank Wieland von der Universität Hamburg berichtete über erste Untersuchungsergebnisse. So waren über die QSR Reetdachdeckerbetriebe mit sogenannten Probenkits ausgestattet worden, mit deren Hilfe sie Proben entnehmen konnten. Hierdurch konnte Dr. Wieland charakterisieren, welche Lebewesen/Insekten vorgefunden wurden. Er zeigte eindrucksvoll, welche einzelnen Insekten und in welcher Konzentration vorkamen. Dabei machte er auch deutlich, welche Umgebungsbedingungen die einzelnen Insekten vornehmlich bevorzugen. In den meisten Fällen waren dies Schimmel und/oder Feuchtigkeit. Die Untersuchungen sind ein erster Schritt, um hieraus Rückschlüsse auf die Ursachen für den Befall zu ziehen. Insoweit sind weitere Probennahmen erforderlich.

Vorbeugender baulicher Brandschutz

Bekannter Weise gehören Reetdächer aus der Sicht des Brandschutzes zu den „Dächern ohne Nachweis“, auch als weiche Bedachung bezeichnet. Sie gelten als besonders anfällig gegen Feuer, weil eben nicht beständig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme (harte Bedachung). Umso eine größere Bedeutung hat dann der vorbeugende bauliche Brandschutz. Dipl.-Ing. Dirk Kraneis von der Promat AG zeigte auf, welche baulichen Möglichkeiten bei Reetdächern bestehen. Einleitend schilderte er zunächst die Grundsätze des vorbeugenden baulichen Brandschutzes, der in den Brandschutz von innen (Feuerwiderstand) und den Brandschutz von außen, auch als Feuerschutz bezeichnet, unterschieden wird. Im Weiteren zeigte er dann auf, wie konstruktiv vorbeugend brandschutztechnische Maßnahmen ergriffen werden können.