Häuser mit Reetdächern sind lebende Kulturdenkmäler und prägen das norddeutsche Landschaftsbild. Sie gehören als Reetdachbesitzer zu den Menschen, die diese Kultur pflegen und erhalten!

25.08.2008 12:44 Alter: 9 yrs

Versuchsbeschreibung Turmhügelburg

Turmhügelburg, Juni 2008

Die Turmhügelburg im Nienthal von Lütjenburg ist das Mittelalterzentrum Schleswig - Holsteins mit Schwerpunkt des 13. Jahrhunderts. Es ist die authentische Rekonstruktion eines Wehrgehöftes aus der Zeit um 1250 und versteht sich als ein lebendes Museum.

Das Gebäude im Vordergrund konnte die QSR als Versuchsdach ausführen. Zielstellung dieses Versuchsdaches ist es im Langzeitversuch herauszustellen, welchen Einfluss unterschiedliche Verarbeitungstechniken auf die Haltbarkeit von Reetdächern haben. Bei diesem Versuchsdach galt das Augenmerk der Herstellung unterschiedlicher Halmneigungen der Reethalme im eingebauten Zustand. Dieses Dach bot sich als Versuchsdach an, weil es unbewohnt ist und somit keinerlei konstruktive bzw. bauphysikalische Problemstellungen stellt. Des Weiteren entspricht die Hauskonstruktion traditioneller Bauweise und bietet daher eine gute Voraussetzung für eine hohe Lebenserwartung der Reetdachdeckung. Zu guter letzt war es der QSR wichtig, dass ein Versuchsdach für jeden Interessierten zugänglich sein sollte.

Welche Rolle spielt die Halmneigung bei Reetdächern?

Seit jeher ist bekannt, dass ein steiles Dach eine längere Haltbarkeit bedeutet. Ganz nach dem Ausspruch: „Bei 50° Dachneigung hält es 50 Jahre, bei 40° sind es 40 Jahre und bei 0° sind es…“ Die Deckart eines Reetdaches schichtet die einzelnen Reetlagen versetzt übereinander. Die Lagesicherung auf dem Dach wird z.B. durch die Biegung der Halm beim Binden erzielt. Sowohl die Biegung als auch die Schichtung führen dazu, dass die Halmenden an der Dachoberfläche flacher liegen als die Dachneigung. Je nach Länge des verwendeten Reets, der Herstellung der Bindung variiert die Differenz zwischen Halm- und Dachneigung erheblich.